Europäische Fledermausrufe - Aufzeichnen und Bestimmen

Artbestimmung mit dem Rufparameter-Plot

Die Bestimmung mancher Arten bzw. Artengruppen erweist sich häufig als schwierig. Manchmal kann es helfen, einzelne Rufparameter entweder über den Nachtverlauf, oder aber als xy-Grafik zu plotten. So lässt sich häufig besser erkennen, ob verschiedene Arten anwesend waren. Auch lassen sich so Arten erkennen, auch wenn dabei einzelne Aufnahmen mit nur wenigen Rufen leichter übersehen werden können. Für ein schnelles Screening und eine Plausibilitätsprüfung ein unersetzbares Werkzeug.

Bei den großen Datenmengen, die heute mit automatischen Detektoren aufgezeichnet werden, stellt die Artbestimmung den Anwender vor große Herausforderungen. Zwar gibt es ebenso automatische Bestimmungswerkzeuge, diese machen aber Fehler bedingt durch Rufqualität und Überlappung der Rufe von unterschiedlichen Arten. Nun wünscht man sich solche Aufnahmen schnell zu identifizieren, die mögliche Fehlbestimmungen sind, um diese manuell zu prüfen. Dafür wird gerne die Bestimmungssicherheit verwendet, die jedoch bei genauerer Betrachtung eigentlich nicht geeignet ist. Doch wie kann man ansonsten vorgehen?

Eine Möglichkeit ist es, einzelne Messwerte aller Aufnahmen zu plotten. So kann man solche Messwerte erkennen, die am Rand oder ausserhalb der Rufspektrums der Art erscheinen. Liegen solche Messwerte vor, kann man gezielt diese Aufnahmen prüfen. Man verwendet dafür also alle Aufnahmen, die von der Bestimmungssoftware zu einer Art gemacht wurden und betrachtet deren Messwerte. Bei solchen Arten, die fm-qcf oder qcf-Rufe verwenden, bietet sich für ein erstes Screening Rufdauer und Hauptfrequenz an (siehe folgendes Bild als Beispiel; grün ist Zwergfledermaus, Lila Breitflügelfledermaus und Blau Kleinabendsegler). Dieses Vorgehen ist generell für Myotis-Arten weniger gut geeignet, lässt sich jedoch auch anwenden.

Beispiel für einen Plot von Rufparametern

Da seltenere Arten häufig zu bestimmten Zeiten im Nachtverlauf einzeln auftauchen, kann man alternativ auch einen Plot eines Parameters im Nachtverlauf erstellen (siehe folgendes Bild). So lassen sich einzelne Aufnahmen besser und schneller identifizieren.

Beispiel für einen Plot eines Rufparameters im Nachtverlauf

Beim Vergleich der beiden Plots erkennt man gut, wie im ersten Plot die Artgrenzen gut erkannt werden können, einzelne wenige Aufnahmen (blaue Punkte) leicht untergehen können. Diese wiederum sind im zweiten Plot deutlich zu erkennen.

Solche Plots sind nicht die Allzwecklösung, jedoch helfen Sie bei der Suche nach Fehlbestimmungen. Es lassen sich häufig, aber nicht immer, Ausreisser finden, die man dann nachträglich manuell analysieren kann. Auch das wird nicht immer von Erfolg gekrönt sein, denn nicht jeder Ruf kann sicher einer Art zugeordnet werden. Auch werden sich bei Verwendung automatisch extrahierter Parameter Fehlmessungen ergeben.

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